Unternehmenskommunikation – Was du als Chef häufiger sagen solltest

Unternehmenskommunikation – Was du als Chef häufiger sagen solltest

Was du als Chef sagst, ist maßgeblich für die Motivation und Leistungsfähigkeit deiner Mitarbeiter entscheidend. | © Foto von rawpixel auf pixabay.com

Vor allem in einem Startup, in dem du als Chef noch mit jedem deiner Mitarbeiter selbst in direktem Kontakt stehst und keine Führungskräfte zwischengeschaltet sind, bist du als Geschäftsführer maßgeblich für das Arbeitsklima, die Motivation und die Zufriedenheit in deinem Unternehmen mitverantwortlich. Du musst gute Arbeitsbedingungen schaffen, die Bedürfnisse deiner Mitarbeiter berücksichtigen und jedem Teammitglied das Gefühl von Wertschätzung entgegenbringen. Denn Wertschätzung und Dankbarkeit sind überaus wichtig, um die Mitarbeiter zu guten Leistungen anzuspornen und an das Unternehmen zu binden.

Zwar gibt es zahlreiche Ratgeber für Führungskräfte und Geschäftsführer, um die Motivation und Zufriedenheit der Mitarbeiter zu erhöhen, doch einen großen Schritt in die richtige Richtung kannst du bereits mit den folgenden Sätzen gehen. Wenn du dir die folgenden Sätze zu Herzen nimmst und sie im Unternehmensalltag häufiger mal benutzt, wirst du ohne Weiteres einen großen Beitrag zur Motivation und Zufriedenheit in deinem Betrieb leisten können.

Danke!

Ein einziges Wort – mit einer riesigen Wirkung. Jeder, der sich bei seiner Arbeit angestrengt und ein gutes Ergebnis abgeliefert hat, freut sich über die Dankbarkeit seines Vorgesetzten. Indem du dich bei deinen Mitarbeitern regelmäßig bedankst, zeigst du ihnen deine Wertschätzung und Dankbarkeit. Das wird deine Mitarbeiter direkt dazu motivieren, neuen Höchstleistungen zu erbringen.

Pass nur auf, dass du es mit dem „Danke“-Sagen nicht plötzlich übertreibst. Denn wenn du das Wort inflationär benutzt, verliert es gegebenenfalls seine Wirkung und deine Mitarbeiter fangen an, deine Dankbarkeit zu überhören.

Das haben Sie gut gemacht!

Manchmal passiert es, dass Chefs die guten Leistungen ihrer Mitarbeiter für derart selbstverständlich halten, dass sie die Ergebnisse annehmen, aber ihren Mitarbeitern kein Feedback bzw. kein Lob mehr für gute Arbeit geben. Wenn du nach jeder kleinsten Arbeit ein riesiges Lob aussprichst, verliert dein Lob für deine Mitarbeiter irgendwann an Wert. Wenn deine Mitarbeiter allerdings eine Aufgabe besonders schnell, besonders sorgfältig oder besonders kreativ gelöst haben, dann haben sie ein Lob verdient. Mit einem einfachen „Das haben Sie gut gemacht!“ kannst du deiner Wertschätzung und deiner Dankbarkeit Ausdruck verleihen und deine Mitarbeiter zu weiteren guten Leistungen motivieren.

Ich vertraue Ihnen.

Du delegierst Aufgaben an deine Mitarbeiter, damit sie dir Arbeit abnehmen und du Zeit für andere Aufgaben hast. Wenn deine Mitarbeiter jedoch Angst haben, etwas falsch zu machen, und daher bei jeder kleinsten Frage zu dir kommen, um deine Einschätzung zu erhalten, entsteht dir weiterhin ein enormer zeitlicher Aufwand, den du durch die Delegation ja eigentlich vermeiden wolltest.

Lass deine Mitarbeiter also wissen, dass du ihnen bei der Erledigung ihrer Aufgaben vertraust und ihnen freies Spiel lässt. Wenn dir am Endergebnis letztlich etwas nicht gefällt, kannst du immer noch konstruktives Feedback geben und die entsprechenden Kleinigkeiten ausbessern lassen.

Auf diese Weise können Aufgaben schneller erledigt werden und du hast einen freien Kopf für deine eigenen Aufgaben. Zudem fühlen sich deine Mitarbeiter wertgeschätzt und sind motiviert, die bestmöglichen Ergebnisse bei dir abzuliefern.

Das war mein Fehler, tut mir Leid.

Von Mitarbeitern wird verlangt, dass sie zu ihren Fehlern stehen, sich entschuldigen und aus den Fehlern entstandene Konsequenzen wieder geradebiegen. Als Chef solltest du bei deinen Fehlern dasselbe Verhalten an den Tag legen. Wenn du selbst deine Fehler zugibst und dich bei deinem Team dafür entschuldigst, wird es deinen Mitarbeitern zukünftig deutlich leichter fallen, auch selbst ihre Fehler einzugestehen. Schließlich ist es ganz normal, dass im Unternehmensalltag Fehler gemacht werden.

Macht nichts. Beim nächsten Mal klappt es besser.

Wenn du einen Fehler zugibst und dich für dein falsches Verhalten entschuldigst, erhoffst du dir wahrscheinlich eine verständnisvolle Reaktion von deinem Gegenüber. Dieselbe Reaktion erhoffen sich auch deine Mitarbeiter, wenn sie einen Fehler gemacht haben.

Indem du deinen Mitarbeitern mit Verständnis entgegentrittst, wenn sie einen Fehler gemacht haben, können die Konsequenzen der Fehler schnell behoben werden und deine Mitarbeiter trauen sich bei ihrem nächsten Fehler ebenso schnell, dir davon zu erzählen. Je schneller Fehler angesprochen werden, desto schneller können sie behoben werden. Zudem entsteht eine deutlich entspanntere Arbeitsatmosphäre als wenn sich deine Mitarbeiter davor fürchten würden, dir von einem Fehler zu berichten.

Was ist Ihre Meinung dazu?

Die Arbeit macht für die meisten Menschen nur dann Spaß, wenn sie erfüllend und sinnstiftend ist. Wer hingegen Aufgaben erledigen soll, die den eigenen Überzeugungen widersprechen oder für einen Mitarbeiter keinen Sinn ergeben, wird die Arbeit zur Last und wird unmotiviert und halbherzig erledigt. Indem du deine Mitarbeiter fragst, was ihre Meinung zu einer bestimmten Situation oder Aufgabe ist, gibst du ihnen die Möglichkeit, dir neuen Input zu geben und Aspekte anzumerken, die du bisher vielleicht übersehen hast. Wenn du und dein Mitarbeiter in dieser Angelegenheit nicht dieselbe Meinung teilt, habt ihr wenigstens die Möglichkeit, eure Bedenken und Überzeugungen miteinander auszutauschen. So wird dein Mitarbeiter den Sinn hinter einer Aufgabe eher verstehen und die Arbeit motivierter angehen als wenn ihm der Sinn der Aufgabe unverständlich wäre.

Zudem drückt der Satz Wertschätzung aus, da du deinem Mitarbeiter das Gefühl vermittelst, dass dir viel an seiner Meinung liegt.

Was hält das Team davon?

Mit diesem Satz vermittelst du deinem Mitarbeiter nicht nur deine Wertschätzung, sondern erinnerst ihn zudem daran, dass nicht alles nur von deiner Meinung, sondern auch von dem Team abhängt. So machst du deinem Mitarbeiter zum einen bewusst, dass du als Chef Wert auf die Meinung aller Teammitglieder legst, und zum anderen, dass auch deine Mitarbeiter untereinander Wert auf die Meinung der jeweils anderen legen sollten. So schaffst du eine harmonische Arbeitsatmosphäre.

Das Bewerbungsgespräch möchte ich mit Ihnen gemeinsam führen.

Wenn du einen neuen Mitarbeiter suchst, gibt es meistens Leute in deinem Unternehmen, die mit dem Neuzugang im deutlich engeren Kontakt stehen werden als du selbst. Indem du den Betroffenen in den Bewerbungsprozess miteinbeziehst, zeigst du ihm, dass du dir dieses Umstands bewusst bist und dass du großen Wert auf seine Meinung legst.

Dein Mitarbeiter wird sich freuen, dass du seiner Meinung einen solchen Wert beimisst, dass du ihn bei einem Bewerbungsgespräch dabei haben möchtest. Außerdem wird er stolz sein, dass du ihn dazu auswählst, das Unternehmen in einem Bewerbungsgespräch zu repräsentieren.

Schaffen Sie es, diese Aufgabe noch zu übernehmen?

Wenn du eine Aufgabe aus zeitlichen Gründen nicht übernehmen kannst, gibst du sie voraussichtlich an einen deiner Mitarbeiter ab. Wenn du eine Aufgabe an deinen Mitarbeiter abgeben möchtest, solltest du dir dessen bewusst sein, dass er gegebenenfalls selbst auch schon bis zum Hals in der Arbeit steckt und eventuell keine Kapazitäten mehr frei hat, um diese neue Aufgabe auch noch zu übernehmen. Bevor du ihm einen Ordner mit Unterlagen auf den Tisch knallst, vergewissere dich also, dass er genug Zeit hat, um diese Aufgabe zu übernehmen.

Mit der Frage kannst du deinem Mitarbeiter ganz einfach vermitteln, dass du dir dessen bewusst bist, dass auch er viel zutun hat und dass du seinen Einsatz wertschätzt – daraufhin wird er versuchen, dich bestmöglich zu unterstützen.

Sind Sie zufrieden mit der Arbeit?

Nur wer mit seiner Arbeit zufrieden ist, liefert auch gute Ergebnisse ab. Damit deine Mitarbeiter möglichst gute Arbeit leisten und du deinen Unternehmenszielen in großen Schritten näher kommen kannst, solltest du also stetig sichergehen, dass es deinen Mitarbeitern gut geht.

Kaum jemand kommt ungefragt zu seinem Chef und bemängelt Arbeitsbedingungen, spricht Konflikte mit Kollegen vor dem Chef offen an oder kritisiert den Führungsstil des Vorgesetzten. Um mehr über die Zufriedenheit deiner Mitarbeiter zu erfahren, musst du also selbst auf sie zugehen, direkte Fragen stellen und dir das Feedback einholen.

Selbst wenn deine Mitarbeiter Aspekte bemängeln, an denen du derzeit nichts ändern kannst, werden sie sich freuen, dass du ihnen zugehört und Wert auf ihre Meinung gelegt hast.

Haben Sie alles, was Sie für dieses Projekt benötigen? Wie kann ich Ihnen helfen?

Kaum etwas sorgt für größere Unzufriedenheit bei der Arbeit als eine Aufgabenstellung, zu dessen Bearbeitung die notwendigen Ressourcen fehlen. Vergewissere dich also, dass deinen Mitarbeitern alles zur Verfügung steht, was sie benötigen.

Für die meisten Menschen ist es unangenehm, von sich aus auf den Chef zuzugehen und um etwas zu bitten. Komme deinen Mitarbeitern also entgegen und nimm ihnen diese Überwindung ab, indem du sie gezielt darauf ansprichst, ob sie Hilfe benötigen.

Sie haben heute sehr viel geleistet. Machen Sie ruhig erstmal Feierabend.

Natürlich kann man seine Mitarbeiter nicht jeden Tag frühzeitig in den Feierabend entlassen – das wäre aus betriebswirtschaftlicher Sicht nicht sehr empfehlenswert. Schließlich bezahlst du deine Mitarbeiter dann für Arbeitsstunden, die sie nicht mit der Arbeit verbracht haben. Wenn einer deiner Mitarbeiter allerdings außerordentlich schnell und sorgfältig gearbeitet hat und seine Aufgaben deutlich schneller und gleichzeitig mit guten Ergebnissen erledigt hat, wäre es ziemlich demotivierend, ihm direkt den nächsten Stapel an Unterlagen auf den Tisch zu legen. So hat er keinen Anreiz, beim nächsten Mal wieder so schnell zu arbeiten – schließlich hat er von seiner schnellen Arbeit nichts als neue Aufgaben.

Ein früher Feierabend ist also eine hervorragende Belohnung für deinen Mitarbeiter und wird in zukünftig dazu motivieren, seine Aufgaben weiterhin möglichst schnell zu erledigen anstatt bei der Arbeit zu trödeln.

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