Deutscher Industrie-Riese baut 1300 Stellen ab: Konkurrenz aus Asien setzt Festo unter Druck

Die Krise der deutschen Industrie erreicht den nächsten Traditionskonzern: Der Automatisierungs-Spezialist Festo plant den Abbau von rund 1300 Arbeitsplätzen in Deutschland. Als Gründe nennt das Unternehmen sinkende Nachfrage, wachsende Konkurrenz aus Asien und geopolitische Unsicherheiten.

Familienunternehmen mit über 20.000 Mitarbeitern betroffen

Festo gehört zu den bekanntesten deutschen Industrieunternehmen im Bereich Automatisierungs- und Steuerungstechnik. Das Familienunternehmen mit Sitz in Esslingen am Neckar beschäftigt weltweit mehr als 20.000 Mitarbeiter und beliefert unter anderem:

  • die Automobilindustrie
  • Maschinenbauer
  • die Lebensmittelbranche
  • Medizintechnik-Unternehmen

Doch die wirtschaftliche Lage hat sich zuletzt deutlich verschlechtert. Der Umsatz sank bereits das dritte Jahr in Folge.

Konkurrenz aus Asien wächst massiv

Besonders stark spürt Festo den zunehmenden Wettbewerbsdruck aus China und anderen asiatischen Ländern. Viele asiatische Hersteller bieten Automatisierungstechnik inzwischen deutlich günstiger an und holen technologisch immer weiter auf.

Experten warnen bereits seit Monaten davor, dass deutsche Industrieunternehmen bei wichtigen Zukunftstechnologien Marktanteile verlieren könnten.

Hinzu kommen:

  • hohe Energiekosten in Deutschland
  • schwache Weltkonjunktur
  • geopolitische Krisen
  • sinkende Investitionsbereitschaft vieler Industriekunden

Großes Sparprogramm angekündigt

Festo reagiert nun mit einem umfassenden Umbauprogramm. Ziel sei es, die Kosten deutlich zu senken und das Unternehmen wieder profitabler zu machen.

Geplant sind Einsparungen von rund 200 Millionen Euro pro Jahr. Teil dieses Programms ist der Stellenabbau in Deutschland sowie weitere Einschnitte im Ausland. Welche Bereiche konkret betroffen sind, wurde bislang nicht bekanntgegeben.

Der Vorstand betonte allerdings, dass alle deutschen Produktionsstandorte erhalten bleiben sollen.

Gewerkschaft kritisiert Entscheidung scharf

Die IG Metall reagierte mit deutlicher Kritik auf die Ankündigung. Die Gewerkschaft sprach von einem Schock für die Beschäftigten und bezeichnete den Schritt als falsch.

Viele Arbeitnehmer sorgen sich nun um ihre Zukunft, denn die Krise in der deutschen Industrie trifft inzwischen immer mehr Branchen gleichzeitig:

  • Automobilzulieferer
  • Maschinenbau
  • Chemieindustrie
  • Automatisierungstechnik

Deutscher Industriestandort zunehmend unter Druck

Der Fall Festo steht exemplarisch für die aktuellen Probleme des Standorts Deutschland. Immer mehr Unternehmen klagen über:

  • hohe Produktionskosten
  • Bürokratie
  • Fachkräftemangel
  • internationale Konkurrenz
  • langsame wirtschaftliche Erholung

Vor allem chinesische Unternehmen drängen mit aggressiven Preisen und wachsender technologischer Stärke auf den europäischen Markt.

Experten warnen vor weiterer Deindustrialisierung

Wirtschaftsexperten sehen die Entwicklung mit Sorge. Bereits zahlreiche deutsche Konzerne haben in den vergangenen Monaten Stellenabbau, Werksschließungen oder Verlagerungen angekündigt.

Besonders betroffen ist die exportorientierte Industrie, die jahrzehntelang als Rückgrat der deutschen Wirtschaft galt.

Der Fall Festo zeigt nun erneut:
Selbst traditionsreiche Familienunternehmen mit globaler Marktstellung sind inzwischen nicht mehr vor der Krise geschützt.