Porsche streicht Tochterfirmen zusammen: Auch E-Bike-Sparte betroffen
Porsche verschärft seinen Sparkurs und trennt sich von gleich mehreren Tochterunternehmen. Betroffen sind die Batterie-Tochter Cellforce, die Porsche eBike Performance GmbH sowie die Softwarefirma Cetitec. Insgesamt könnten rund 500 Arbeitsplätze wegfallen.
Der Sportwagenhersteller reagiert damit auf sinkende Gewinne, schwächere Nachfrage im Elektroauto-Markt und steigenden Kostendruck. Porsche will sich künftig wieder stärker auf das Kerngeschäft konzentrieren und die Profitabilität sichern.
Überraschendes Ende der E-Bike-Offensive
Besonders überraschend ist das Aus der Porsche eBike Performance GmbH. Das Unternehmen sollte ursprünglich eigene E-Bike-Antriebssysteme entwickeln und Porsche langfristig im Premium-Fahrradmarkt etablieren.
Doch der Markt für hochwertige E-Bikes hat sich zuletzt deutlich abgekühlt. Viele Hersteller kämpfen mit sinkender Nachfrage, hohen Lagerbeständen und wachsendem Konkurrenzdruck. Porsche zieht nun offenbar die Konsequenzen daraus.
Trotz der Schließung will das Unternehmen weiterhin E-Bikes unter eigener Marke anbieten. Die technische Entwicklung und Produktion sollen künftig allerdings stärker über externe Partner erfolgen.
Rückzug aus der Batterieforschung
Auch die Batterietochter Cellforce steht vor dem Aus. Das Projekt galt lange als wichtiger Bestandteil der Elektrostrategie von Porsche. Ziel war die Entwicklung leistungsstarker Batteriezellen für zukünftige Elektrofahrzeuge.
Noch vor wenigen Jahren wurde das Unternehmen als Prestigeprojekt der deutschen Batterieforschung gefeiert. Nun setzt Porsche jedoch wieder stärker auf eine technologieoffene Strategie mit Verbrennern und Hybridmodellen.
Die Entscheidung zeigt, dass viele Automobilhersteller ihre ursprünglich sehr ambitionierten Elektroziele derzeit neu bewerten.
Software-Tochter ebenfalls betroffen
Neben Batterie- und E-Bike-Sparte wird auch die Softwarefirma Cetitec abgewickelt. Das Unternehmen entwickelt Kommunikations- und Datensoftware für die Automobilbranche.
Damit beendet Porsche mehrere Zukunftsprojekte gleichzeitig und konzentriert sich wieder stärker auf rentable Kernbereiche.
Porsche unter wirtschaftlichem Druck
Die Maßnahmen kommen nicht überraschend. Porsche kämpft aktuell mit mehreren Problemen gleichzeitig:
- schwächere Nachfrage in China
- steigende Kosten
- geringere Margen
- langsameres Wachstum im Elektrosegment
Hinzu kommen geopolitische Unsicherheiten und ein zunehmend schwieriges Marktumfeld für Premiumhersteller.
Bereits zuvor hatte Porsche angekündigt, Investitionen in klassische Verbrenner und Hybridfahrzeuge wieder deutlich zu erhöhen.
Trendwende in der Autoindustrie
Der Strategiewechsel bei Porsche steht exemplarisch für eine Entwicklung in der gesamten Automobilbranche. Viele Hersteller korrigieren derzeit ihre Elektropläne und setzen wieder stärker auf einen Mix verschiedener Antriebstechnologien.
Vor allem kostspielige Zukunftsprojekte geraten zunehmend unter Druck, wenn sie kurzfristig keine Gewinne liefern.
Für Porsche dürfte der harte Sparkurs kurzfristig schmerzhaft sein. Langfristig soll er jedoch helfen, das Unternehmen stabiler und profitabler aufzustellen.



