Vor der griechischen Insel Lefkada wurde eine rätselhafte Seedrohne entdeckt. Fischer fanden das mehrere Meter lange unbemannte Wasserfahrzeug in einer Höhle im Ionischen Meer und alarmierten anschließend die Küstenwache. Der Fund sorgt nun international für Aufmerksamkeit, denn erste Berichte deuten auf einen möglichen Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg hin.

Griechenland untersucht mysteriöse Seedrohne

Die griechische Küstenwache schleppte die dunkelfarbige Seedrohne in den Hafen von Vasiliki. Dort wird sie nun von Experten des griechischen Verteidigungsministeriums untersucht.

Besonders brisant: Laut griechischen Medienberichten soll sich noch Sprengstoff an Bord befunden haben. Zudem sei der Motor der Drohne beim Auffinden weiterhin aktiv gewesen.

Bislang gibt es keine offiziellen Angaben zur Herkunft des Wasserfahrzeugs. Sichtbare Kennzeichnungen oder Hoheitszeichen fehlen offenbar vollständig.

Verbindung zum Ukraine-Krieg möglich

Mehrere griechische Medien vermuten, dass die Drohne aus der Ukraine stammen könnte oder im Zusammenhang mit dem Krieg zwischen Russland und der Ukraine steht.

Die Zeitung Ta Nea berichtet, das gefundene Modell ähnele der ukrainischen Seedrohne MAGURA V5. Diese unbemannten Systeme werden seit Beginn des Krieges mehrfach gegen russische Kriegsschiffe und Tanker eingesetzt. Eine unabhängige Bestätigung dafür gibt es bislang jedoch nicht.

Auch die BBC konnte die Herkunft bisher nicht verifizieren. Sowohl das griechische als auch das ukrainische Militär äußerten sich zunächst nicht offiziell zu dem Fund.

Moderne Seedrohnen verändern die Kriegsführung

Unbemannte Seedrohnen gelten inzwischen als wichtiger Bestandteil moderner Seekriegsführung. Besonders die Ukraine setzt seit 2022 verstärkt auf diese Technologie.

Die ferngesteuerten Boote können mit Sprengstoff beladen werden und große Entfernungen autonom oder halbautonom zurücklegen. Mehrfach griff die Ukraine damit russische Schiffe im Schwarzen Meer an.

Internationale Aufmerksamkeit erhielt die Technologie spätestens nach Angriffen auf russische Kriegsschiffe und Öltanker. Videos zeigten damals, wie kleine Schnellboote mit hoher Geschwindigkeit auf ihre Ziele zufuhren und anschließend explodierten.

Angriff auf Russlands Schattenflotte?

Eine Theorie der griechischen Ermittler lautet, dass die Drohne möglicherweise gegen Russlands sogenannte Schattenflotte eingesetzt werden sollte.

Damit sind hunderte Tanker gemeint, die russisches Öl und Gas transportieren, um westliche Sanktionen zu umgehen. Seit Beginn des Ukraine-Krieges versuchen westliche Staaten, Russlands Energieexporte wirtschaftlich einzuschränken.

Immer wieder geraten dabei verdächtige Tanker ins Visier internationaler Behörden und Sicherheitsdienste.

Sicherheitsbehörden alarmiert

Der Fund zeigt erneut, wie stark sich militärische Konflikte inzwischen auch auf zivile Schifffahrtsrouten und Mittelmeerregionen auswirken.

Sollte sich bestätigen, dass die Drohne tatsächlich aus dem Ukraine-Konflikt stammt, könnte dies erhebliche geopolitische Folgen haben. Besonders brisant wäre die Frage, wie ein möglicherweise bewaffnetes unbemanntes Wasserfahrzeug bis in griechische Gewässer gelangen konnte.

Die Untersuchungen der griechischen Militärbehörden dauern derzeit an. Ergebnisse zur Herkunft und möglichen Mission der Seedrohne werden in den kommenden Tagen erwartet.