Europas Startup-Szene startet mit fünf großen Finanzierungsrunden in den November. Von saubererer Fluorchemie über B2B-Zahlungen und Smart-TV-Werbung bis zu neuen Wegen für Medikamente und Forschung im All: Wir zeigen, welche Unternehmen frisches Kapital erhalten haben – und was sie damit vorhaben.

FluoRok aus Oxford

Das Chemie-Startup FluoRok hat eine Series-A-Runde über 30 Millionen US-Dollar abgeschlossen. Angeführt wird sie vom Orano Venture Fund, den Supernova Invest verwaltet; hinzu kommen rund 1,3 Millionen US-Dollar Fördermittel von Innovate UK. Mit dem Kapital will das Unternehmen Demonstrationsanlagen bauen und seine Produktion auf industriellen Maßstab bringen.

FluoRok arbeitet an einem Herstellungsverfahren für Fluorchemikalien, das ohne hochgefährlichen Fluorwasserstoff auskommt. Solche Chemikalien werden unter anderem für Batterien, Medikamente und Agrarprodukte benötigt. Entscheidend ist nun, ob sich das bislang im Pilotmaßstab erprobte Verfahren zuverlässig und wirtschaftlich in größeren Anlagen betreiben lässt.

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Pliant aus Berlin

Das Berliner Fintech Pliant hat in einer Series-C-Runde 80 Millionen US-Dollar eingesammelt. Seaya Nova und Speedinvest führen die Finanzierung gemeinsam an. Pliant will damit vor allem in den USA und Kanada wachsen und seine Zahlungsinfrastruktur für Anwendungen mit künstlicher Intelligenz ausbauen.

Die Plattform verbindet Firmenkarten, Zahlungskonten, Devisengeschäfte und Ausgabenmanagement. Neu ist der stärkere Fokus auf KI-Agenten, die Zahlungen künftig selbstständig auslösen und verwalten sollen. Das Wachstum kostet allerdings Zeit und Geld: Nach Informationen des Handelsblatts verschiebt Pliant sein Profitabilitätsziel von 2027 in Richtung 2028.

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Titan OS aus Barcelona

Titan OS hat eine Finanzierung über 46 Millionen US-Dollar bekannt gegeben. Sie besteht aus neuem Eigenkapital der bisherigen Investoren Highland Europe und Mangrove Capital Partners sowie einer Kreditlinie von Fonds und Konten, die BlackRock verwaltet. Das Unternehmen will internationale Herstellerpartnerschaften, Produktentwicklung und Werbetechnologie ausbauen.

Das 2023 gegründete Startup entwickelt ein Betriebssystem für Smart-TVs und lizenziert es unter anderem an Philips und JVC. Gerätehersteller werden nach dem Verkauf der Fernseher an Werbeerlösen beteiligt. Bei der Einordnung der Runde ist wichtig, dass die 46 Millionen US-Dollar nicht vollständig Eigenkapital sind; wie sich der Betrag genau auf Eigenkapital und Kreditlinie verteilt, nennt Titan OS nicht.

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Biograil aus Kopenhagen

Das dänische Biotech-Startup Biograil hat 20 Millionen Euro erhalten. Beteiligt sind Verve Ventures, Megatrend Invest und der HTGF Opportunity-Wachstumsfonds. Das Geld fließt in nichtklinische Studien und einen Herstellungsprozess nach GMP-Standard, mit dem Biograil geplante klinische Phase-1-Studien vorbereiten will.

Biograil entwickelt eine schluckbare Kapsel, die Wirkstoffe über die Magenwand abgeben soll. Damit könnten sich bestimmte Medikamente, die heute gespritzt werden müssen, künftig oral verabreichen lassen. Noch handelt es sich jedoch um eine Technologie in der Entwicklung – nicht um einen zugelassenen Ersatz für Injektionen.

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Tumbleweed aus Wien

Das Wiener Raumfahrt-Startup Tumbleweed hat eine Seed-Runde über 6,9 Millionen Euro abgeschlossen. PactVC führt die Finanzierung an; außerdem beteiligen sich Vanagon Ventures, Prototype Capital und EWOR. Mit dem Kapital plant das Unternehmen drei Missionen im Jahr 2027 und die Weiterentwicklung seiner Plattform Oasis Beta.

Tumbleweed bietet standardisierte Experimentbehälter samt Raumfluginfrastruktur an. Forschungsteams sollen dadurch Versuche in der Schwerelosigkeit durchführen können, ohne einen eigenen Satelliten entwickeln zu müssen. Die für 2028 geplante Oasis-Beta-Plattform soll größere Nutzlasten aufnehmen und Proben nach dem Flug sogar zur Erde zurückbringen – dieser Rücktransport ist bislang allerdings noch ein Entwicklungsziel.

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Der Startup-Wochenradar erscheint montags und ordnet die wichtigsten Entwicklungen aus Europas Startup-Szene ein.