Einbruchschutz mit Live-Täteransprache – Gründerinterview mit „180° Sicherheit“

Einbruchschutz mit Live-Täteransprache – Gründerinterview mit „180° Sicherheit“

Die Unternehmensgründer Malte Tasto und Christoph Lay haben sich die Zeit genommen, um uns ein paar Fragen zu ihrem Sicherheitsunternehmen und ihrer Gründungsphase zu beantworten.
Ihr Unternehmen 180° Sicherheit bietet Einbruchschutz, mit dem die Täter live und direkt angesprochen und vertrieben werden können.

1. Christoph und Malte, bitte erzählt uns und unseren Lesern, was euer Start-up 180° Sicherheit genau anbietet.

Die 180° Sicherheit GmbH bietet modernen Einbruchschutz mit direkter Tätervertreibung an. Unser Unternehmen hat sich darauf spezialisiert, eine unmittelbare Reaktion im Einbruchfall zu ermöglichen und Täter aktiv zu vertreiben. Das erreichen wir mit unserem Live-Einbruchschutz. Bei einem Einbruch wird innerhalb kürzester Zeit eine Live-Verbindung zu unserer Notruf- und Serviceleitstelle aufgebaut. Die Mitarbeiter dort können über verbaute Technik in das Objekt hineinhören und –sehen. Liegt ein Echteinbruch vor, starten sie eine unmittelbare Täteransprache und vertreiben die Einbrecher. Parallel wird die Polizei hinzugezogen. Das erspart unnötige Kosten bei Falschalarmen und kann größere Schäden verhindern.

2. Was genau unterscheidet euch von anderen Anbietern?

Unsere Erfahrung ist, dass eine Blitzlichtsirene (die übrigens nach drei Minuten wieder verstummen muss) niemanden mehr dazu veranlasst die Polizei zu rufen. Hintergrund ist die hohe Falschalarmquote, sodass man ohnehin von einem Falschalarm ausgeht und keinen Handlungsbedarf sieht. Das ist ein enormer Vorteil für Einbrecher. Ehe jemand den Einbruch bemerkt, sind sie über alle Berge.
Ein Wachdienst, der vor Ort schaut, ob es sich um einen Echtalarm handelt (um erst dann die Polizei hinziehen zu können) braucht häufig 30 Minuten und länger zu einem Objekt. Wie viel Schaden dann noch verhindert werden kann, kann sich jeder selbst ausmalen.
Wir sind also deutlich effektiver als die klassische Alarmanlage oder ein personeller Wachdienst. Zusätzlich bieten wir ein Rundum-Dienstleistungspaket an. Das heißt wir bieten nicht nur die reine Hardware an, sondern kümmern uns um die Installation, Programmierung, Inbetriebnahme, Aufschaltung auf die Notrufzentrale sowie sämtliche Service- und Wartungsdienste. Unsere Kunden müssen sich damit um nichts mehr kümmern und können das Thema unbesorgt auslagern.

3. Wie ist die Geschäftsidee entstanden, einen Live-Einbruchschutz anzubieten?

Wir beide kommen aus der Sicherheitsbranche daher war es naheliegend in dem Bereich zu gründen, in dem man sich auskennt. Damals wussten wir schon, dass Deutschland enormes Aufholpotenzial im Bereich moderner und vor allem effektiver Einbruchschutzlösungen hat. Wir beide hatten im Rahmen unserer bisherigen Berufs- und Studienlaufbahn immer wieder die Erfahrung gemacht, dass klassische Alarmsysteme nicht mehr die Sicherheitsleistung erfüllen konnten, die inzwischen durch moderne Technologien möglich waren. Mit dem Live-Einbruchschutz haben wir es uns also zur Aufgabe gemacht, alle Assoziationen mit der klassischen Alarmanlage aus den Köpfen der Menschen zu verbannen.

4. Wann habt ihr euer Unternehmen gegründet?

Im November 2014. Vergangenes Jahr haben wir unser fünfjähriges Bestehen gefeiert und blicken sehr zuversichtlich in die Zukunft. Sicherheit ist ein absolutes Boom-Thema, das auch künftig eine hohe Nachfrage mit sich bringen wird.

5. Wie lange hat es von der ersten Idee bis zur Umsetzung gedauert?

Nachdem wir Anfang 2014 unabhängig voneinander unsere vorherigen Jobs an den Nagel gehängt haben, stellten wir uns die Frage, wie es weitergehen soll. Neben diversen Optionen als Angestellte hat sich dann eben auch die Möglichkeit der Selbständigkeit herauskristallisiert und mit einer konkreten Geschäftsidee im Rücken waren die Weichen für uns schnell klar. Im November 2014 hatten wir dann Businessplan, Partner und Lieferanten soweit zusammengestellt, dass wir die 180° Sicherheit GmbH gründen und somit starten konnten.

6. Wie kann man sich die Entwicklung einer solchen Technologie vorstellen? Wie ist die Entwicklung abgelaufen?

Das Konzept hinter unserem Live-Einbruchschutz gibt es schon etwas länger und ist einfach erklärt. Die Alarmbearbeitung soll deutlich verkürzt werden. Die technische Voraussetzung dafür ist eine funktionierende Internetverbindung. Wir haben für die Dienstleistung also drei Bestandteile verbunden: Die Hardware, die Nutzung von Internet und GSM-Netz zur Alarmweiterleitung und die Aufschaltung auf eine Notruf- und Serviceleitstelle zur Alarmbearbeitung. Da die Systematik dahinter für Laien nicht unbedingt nachvollziehbar ist, haben wir uns entschieden diese Kombination um Service- und Wartungsdienste zu ergänzen und so ein Alarmanlagen-Komplettpaket auf den Markt zu bringen.

7. Wie hat sich das Unternehmen seit der Gründung entwickelt?

Seit der Gründung hat sich tatsächlich so einiges bei uns getan. Nicht nur, dass wir gut gewachsen sind und einen großen Kundenstamm aufbauen konnten, sondern wir haben seit 2018 damit begonnen eine ganze Unternehmensgruppe rund um das Thema Unternehmenssicherheit aufzubauen.
Mit der 180° IT GmbH und der 180° Datenschutz GmbH haben wir zwei Schwestergesellschaften gegründet. Die 180 Grad IT befasst sich mit IT-Dienstleistungen und IT-Sicherheit. Die 180 Grad Datenschutz ist eine Datenschutzgesellschaft, die von Unternehmen als externer Datenschutzbeauftragter benannt werden kann. Gemeinsam können wir auf diese Weise unsere Kunden in sämtlichen Fragestellungen rund um Einbruchschutz, Videoüberwachung, Datenschutz, IT-Netzwerke und IT-Security betreuen, und zwar aus einer Hand. Wir glauben ganz stark, dass das auch die Zukunft sein wird.

8. Besteht euer Start-up noch aus anderen Teammitgliedern oder zieht ihr das Start-up derzeit zu zweit auf?

Wir haben zu zweit gestartet aber sind inzwischen ein Team von rund 20 Personen, dass neben der operativen Installationsarbeit in den Bereichen Verwaltung, Vertrieb und Marketing tätig ist. Wir sind hier auch immer weiter am Ausbau und wollen uns im angepassten Maße vergrößern, um so dem immer weiter steigenden Bedarf gerecht zu werden.

9. Wie sieht ein gewöhnlicher Arbeitstag bei 180° Sicherheit aus?

Vermutlich sagen das viele Unternehmen über sich selbst, aber es beschreibt einfach am besten, wie unsere Arbeit aussieht: Einen festen Alltag gibt es bei uns nicht wirklich. Wir sind inzwischen mit mehreren Fachabteilungen aufgestellt, die ihren Arbeitstag selbst gestalten und organisieren.
Die intensive Zusammenarbeit zwischen den Abteilungen führt dazu, dass wirklich kein Tag wie der andere ist. Das merken auch wir in der Geschäftsführung, und zwar dadurch, dass wir einerseits durch unsere Fachkräfte entlastet werden und andererseits dadurch, dass wir uns der Geschäftsentwicklung, neuen Geschäftszweigen und dem Unternehmen selbst widmen können.
Jeden Tag kommen neue, spannende Projekte, Kunden und Aufgaben dazu, die einem das Gefühl geben, dass wir mit unserem Verständnis von moderner, umfassender Unternehmenssicherheit noch lange nicht am Ende sind.

10. Auf welchen Meilenstein seid ihr besonders stolz?

Natürlich unseren allerersten Mitarbeiter, das war schon ein tolles Gefühl gemeinsam an einem Strang zu ziehen. Aber vor allem auch die Gründung unserer beiden Schwestergesellschaften. Damit wurde der Weg für eine Unternehmensgruppe geebnet, der uns sicherlich noch einige Entwicklungen ermöglichen wird.

11. Worin seht ihr die größte Herausforderung für Start-up-Gründer? Was war eure größte Schwierigkeit in der Anfangszeit?

Uns hat in der Anfangszeit geholfen, dass wir uns immer wieder auf unsere Grundidee zurückberufen haben: effektiven, sicheren, modernen Einbruchschutz und so wenig Aufwand wie möglich für unsere Kunden.
Zu Beginn war die größte Herausforderung dann, Prozesse ins Laufen zu bekommen, Kunden von sich zu überzeugen und erste Erfolge zu verzeichnen.
Heute haben wir vor allem mit Kapazitätsgrenzen unserer Mitarbeiter oder Prozessgestaltung zu kämpfen und merken immer wieder, wie wir intern nicht alles leisten können, was wir gerne wollen. Wir möchten natürlich wachsen, aber nicht um jeden Preis. Deshalb versuchen wir dabei Schritt für Schritt vorzugehen.

12. Wie versucht ihr, die Bekanntheit von 180° Sicherheit zu steigern? Worauf setzt ihr im Marketing?

In unserer Außendarstellung und Kommunikation mit der Öffentlichkeit setzen wir vor allem auf zufriedene Kunden und deren Empfehlungen. Wer zufrieden ist, der spricht gerne auch eine Empfehlung aus. Dafür verzichten wir auf teure Marketing-Kampagnen und investieren das Budget lieber in unsere Kunden in Form von Investitionsübernahmen.

13. Wo seht ihr euer Unternehmen in 5 Jahren?

Wir sehen weiterhin große Potenziale im Bereich Unternehmenssicherheit. Das ist die Grundlage, die uns in unserem Geschäftsbereich und -modell bestätigt. Wir werden also weiterhin den Fokus darauflegen, Unternehmenssicherheit mit unserer Unternehmensgruppe für unsere Kunden ganzheitlich anzubieten und zu betreuen.

14. Welche 3 Tipps möchtet ihr anderen Start-up-Gründern mit auf den Weg geben?

  1. Man sollte niemals das Ziel aus den Augen verlieren und immer einen klaren Fokus auf das haben, was man erreichen will, auch wenn viele verschiedene Themen im Alltag davon ablenken.
  2. Es werden in der Gründungsphase immer wieder Hürden und Widerstände kommen. Man sollte diese jedoch überwinden und als Chance sehen, um daran und damit zu wachsen. Wenn alle sagen, es würde nicht gehen, sollte man sich trotzdem nicht von seiner Überzeugung abbringen lassen.
  3. Und nicht zuletzt der Klassiker: Der Spaß bei der Arbeit sollte nie zu kurz kommen!

Vielen lieben Dank, Christoph und Malte, dass ihr euch die Zeit für unsere Fragen genommen habt. Wir wünschen euch alles Gute für die Zukunft! 🙂

Related articles